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Sport: Lustvoll aus der Krise

Sport macht Spass, pixelio.de

Ein Lebensumbruch fordert uns körperlich und geistig heraus. Neben dem Gefühl der Erleichterung es endlich geschafft zu haben, tauchen immer wieder Selbstzweifel, Ängste und Sorgen, begleitet von Schlafstörungen auf. Wir haben eine Expertin für Sporttherapie, Dr. med. Catherina Pietzrak, gefragt, was sie in dieser Situation rät:

„Eine Änderung des Tagesablaufes wirkt oft Wunder. Nehmen wir zum Beispiel den Sonntagmorgen. Ein Klassiker. Statt über der einsamen Tasse Kaffee zu schniefen, könnten man den Tag mit einem Waldlauf beginnen. Sie können bei der Bewegung in der Natur Energie tanken und der Tag bekommt eine klare Struktur. Das gleiche gilt für einsame Fernsehabende. Ein Besuch im Fitnesscenter, im Schwimmbad oder in der Sauna gibt Gelegenheit zum Plaudern, lenkt ab und macht Sie müde.“
Sport als Weg aus der Krise, was soll das sein? Da hat man doch noch nie gesportelt und soll nun die müden Glieder bewegen? Wo doch alles so furchtbar ist? Hier ist ein Umdenken gefragt.

Woran denken Sie wenn Sie Sport hören?

Eine Untersuchung der österreichischen Bundes Sport Organisation in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur hat ergeben, dass unter den Nicht-Sporttreibenden der Großteil mit Sport zunächst Assoziationen wie Anstrengung, Leistungsdruck, Überwindung und Verletzungsgefahr hat.
Dass Sport sich positiv auf Körpergewicht und Fitness auswirken kann, was den meisten bekannt. Auch eine Gesundheitswirkung von Sport ist bei Nichtsportlern unumstritten, allerdings tauchten als häufige Argumente, weshalb sie selbst keinen Sport ausübten Zeitmangel, Kosten und vereinzelte persönliche Enttäuschungen auf.
Man habe beruflich und in der Familie schon genug Anstrengungen und Leistungsdruck zu bewältigen, das brauche man nicht auch noch in der Freizeit.

Erkennen Sie sich hier wieder? Und was soll daran lustbetont sein?

Eine gute Freundin, die ich nach langer Vorarbeit zum Training überreden konnte, erklärte an ihrem ersten Trainingstag: „Die Vorgaben des Trainers kann ich sowieso nicht erfüllen. Das Pensum schaffe ich sicher nicht“ Sie wirkte eher pessimistisch, hielt sich aber im Wesentlichen an ihren Trainingsplan.
Eine gute Woche später traf ich dieselbe Freundin beim Training wieder und sie berichtete mir, wie sie „schon ganz begierig“ ihrer nächsten Trainingseinheit entgegenfiebert hatte. Für sie unerwartet schnell hatte sich bei ihr das Gefühl der Leichtigkeit eingestellt. Eine Beschwingtheit, die sie sich nicht erwartet hätte. Es war ihr nicht nur möglich, den Trainingsplan einzuhalten, er hatte auch schon für die gearbeitet, sie war ihrem Ziel, einen höheren Grad an Fitness zu erreichen, ein Stück näher gekommen.

Laufen: einfach, günstig und nahezu überall möglich

Sich leistungsfähiger im Alltag fühlen, Stress besser bewältigen zu können, ausgeglichener zu werden. All das kann Training bewirken. Aber es kann noch weit mehr.
Hier ein Beispiel:
Würden Sie einem Medikament vertrauen, das – in der für Sie richtigen Dosierung – keine unerwünschten Wirkungen hat sondern im Gegenteil auch noch unerwartet zusätzlich positive Wirkungen hat? Wenn es ihnen bei reaktiver depressiver Verstimmung, Schlafstörungen, bei vermindertem Selbstwertgefühl und dem Gefühl der Hilflosigkeit, bei Infektneigung helfen kann und gleichzeitig mithilft, Sie vor Bluthochdruck, Übergewicht, Osteoporose, Diabetes, Schlaganfall und Herzinfarkt zu schützen, um nur ein paar Aspekte herauszugreifen?
Als Nebenwirkung wären unter anderem eine positive Körperformung und vermehrt soziale Kontakte möglich.
Sie müssten es aber lebenslang nehmen und dafür an bis zu drei Tagen in der Woche 1 bis 2 Stunden zur Verfügung stellen.
Würden Sie?
Wenn Sie diese Frage mit Ja beantworten können, dann haben Sie sich soeben für den Sport entschieden.

Sport oder Training?

Sie bemerken, ich habe zwei Begriffe verwendet: Sport und Training. Was ist der Unterschied?
Der Begriff Sport umfasst auch Tätigkeiten, in denen man sich nicht nennenswert bewegt, z.B: Schachspielen, Schießen etc.
Will man aber die positiven Aspekte des Sports auf Gesundheit und Wohlbefinden gezielt für sich nutzen, also Sport als Medikament einsetzen, so bedarf es 1) einer Bewegung, die 2) regelmäßig stattfindet und die 3) als Ziel die Leistungssteigerung und -erhaltung hat, was immer mit Wachstumsprozessen im Körper verbunden ist. Dadurch definiert sich körperliches Training.
Lustbetont wird das Training dadurch, dass es Spaß macht, zu sehen, wie man selbst gesteckte Ziele schrittweise, fast spielend erreichen kann. Gerade als Untrainierter darf man sich über enormen Leistungszuwachs in der Anfangsphase des Trainings freuen. Es stellt sich sehr rasch ein neues, positives Körpergefühl ein, und das wirkt sich ganz wesentlich auf das Selbstvertrauen aus. Je nach gewählter Art des Trainings hat man auch Gelegenheit, neue Kontakte zu knüpfen, die wiederum neue Perspektiven vermitteln.

Aerobic in der Gruppe macht Spass und fit.
copyright pixelio.de

Motivationsschub: Gruppendynamik

Zusätzlich zum gezielten Training kann daher der Besuch von Gruppeneinheiten (z.B:Yoga, Gymnastik, Stretching) empfohlen werden. Neben dem sozialen und dem je nach Art der Einheit oft sehr großen „Funeffekt“– man denke nur an Latin dance als Aerobiceinheit – werden hier Koordination und Flexibilität trainiert. Gruppenstunden ersetzten aber keinesfalls die gezielten Einheiten ihres persönlichen Trainingsplanes.

Ein Muss vorab: der ärztliche Check-up

Als Sportärztin kann ich nur auf die Wichtigkeit einer sportärztlichen Untersuchung zu Trainingsbeginn hinweisen. Bisher unentdeckte, sportartlimitierende Faktoren können damit weitgehend ausgeschlossen oder gegebenenfalls berücksichtigt werden und einer Trainingsplanung steht nichts mehr im Wege.
Dazu gehören die Definierung der persönlichen Trainingsziel, Auswahl einer geeigneten Trainingsform und die Aushändigung eines Trainingsplanes.

Viel Spaß beim Training wünscht

Dr. med. Catherina Pietrzak

Was versteht man unter „flow“?

In den Medien taucht immer öfter der Begriff „flow“ auf. Flow ist ein lustbetonter Gefühlszustand, den man erreicht, wenn man in einer Tätigkeit, die man beherrscht, völlig aufgeht. Anforderungen und Fähigkeiten halten sich die Waage. Beherrschen Sie also die Technik der gewählten Sportart und ist die Intensität der Trainingseinheit ihrer Leistungsfähigkeit angepasst, dann können Sie sich ganz auf die Ausübung des Sports konzentrieren und darin aufgehen.

Für die Wahl der Sportart gilt neben trainingsphysiologischen Überlegungen vor allem, dass sie Spaß machen soll und möglichst das ganze Jahr hindurch ausgeübt werden kann. Laufen, Radfahren und Nordic walking erfreuen sich hierzulande großer Beliebtheit, weil sie leicht zugänglich und gut dosierbar sind. Daneben erlebt das Schwimmen eine Renaissance, weil es zum einen gelenkschonend ist und zum anderen wetterunabhängig ausgeübt werden kann

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