Suche
 
 

Ehe - ja oder nein?

Lebensgemeinschaften haben ihren Preis. Deshalb stellt sich oft die Frage: Heiraten oder nicht heiraten?

'Das ist die Frage - und es ist nicht nur eine emotionale Entscheidung. Vor allem Frauen müssen ohne Trauschein mit handfesten finanziellen Nachteilen und weniger Rechten rechnen.

Wie sieht es aus?

In Österreich führen mindestens 250.000 Paare eine Lebensgemeinschaft. Und es werden immer mehr. Geht eine Beziehung auseinander, kann es einem der Partner passieren, dass er oder sie plötzlich ohne Unterhalt dasteht. Oder dass sie beim Tod des Partners aus der Wohnung ausziehen muss, nichts erbt oder keine Witwenrente bekommt. Denn diei Lebensgemeinschaft ist nur in wenigen Teilbereichen rechtlich einer Ehe gleichgestellt.

Verstaubt und unmodern?

Wer vor dem Standesbeamten ja sagt, sagt es nicht nur zum Partner, sondern auch zu allen Rechten und Pflichten, wie Unterhaltszahlung, Hinterbliebenenrente und Erbschaft. Ohne offiziellen Trauschein ist alles fast genauso schön wie mit Ehering. Doch bei einer Trennung wird der Unterschied oft schmerzlich bewußt: Lebensgefährten sind rechtlich schlechter gestellt als Ehegatten. Vor allem wenn Kinder dazukommen, kann es bei einer Trennung ein böses Erwachen geben.

Ohne Trauschein weniger Rechte

Wenn man in einer Beziehung Kinder bekommt und diese erzieht, lässt man oft die eigene Karriere ausser acht. Kommt es zur Trennung hat man keinen Unterhaltsanspruch. Anders ist es bei den Kindern, die den ehelichen gleichgestellt sind.

Wohnen sie in einer gemeinsamen Wohnung, so ist die Weitergabe an die Lebensgefährtin nur mit der Einwilligung der Vermieter möglich. Wer glaubt, durch Wohneigentum hier fein aus dem Schneider zu sein, vergißt auf den Teufel im Detail. Zwar können Lebensgefährten eine gemeinsame Wohnung kaufen, doch den gemeinsamen Besitz gibt es nicht. Das kann im Desaster enden.

Um annähernd gleich wie in einer Ehe abgesichert zu sein, muss man einen Vertrag schließen.

Eheleute leben glücklicher

Auch beim Erben sind Lebengemeinschaften schlechter gestellt. Automatisch gibts erst mal nichts. Selbst wenn die Lebensgemeinschaft jahrzehntelang bestand, entsteht dadurch kein Rechtsanspruch. Hier muss ein Testament vorliegen.

Und wenn vererbt oder verschenkt wird, zahlen beim Finanzamt Lebengefährten deutlich mehr.

Strategie gegen Nachteile

Wer nicht heiraten will oder darf, kann zumindest in manchen Fällen gegen vorhandene Nachteile etwas tun: Partner können eine Testament machen, bei einer Lebensversicherung den jeweils anderen Partner begünstigen, einen Vertrag für den Unterhalt aufsetzen, sich ein Wohnrecht sichern, die Vermögensaufteilung für den Fall der Trennung regeln und einander Vollmachten bei Krankenheit o.ä. erteilen.

Themen

copyright  pixelio.de

Scheidung: plötzlich ein neuer Alltag

Viele Frauen fallen nach einer Scheidung in ein tiefes Loch: Sie vermissen nicht den Mann, sondern das Leben mit ihm. Die Rituale, die Freunde, den Alltag - nach der Trennung ist plötzlich alles anders.
» weiter…

Schatten an der Wand. Gitti Moser by pixelio.de

Scheidungskind – was ist das?

Sie möchten wissen, wie sich das anfühlt – ein Scheidungskind zu sein?
» weiter…

nicht nur fische saufen ab

Interview: Lügen und Alkohol haben alles zerstört

Petra, 37 ging durch die Hölle bis sie nach 13,5 Jahren Ehe den Entschluss fasste: Jetzt ist Schluß! Sie packte ihre beiden Mädchen und zog aus. » weiter…