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Warum wird es immer brutaler?

Urplötzlich erschüttern uns wahre Horrormeldungen. Verzweifelte und wütende Scheidungsmänner liefen Amok. Da stellt sich zu Recht die Frage: Warum?

Nach der blutigen Bilanz warnen Spezialisten vor der steigenden Gefahr, dass Gerichtsprozesse wegen Scheidungen eskalieren. Und die Statistiken scheinen den Spezialisten Recht zu geben: vor allem gerichtsanhängige familiäre Konflikte werden immer brutaler ausgetragen. Mögliche Gründe sind:

Personalnot der Richter macht die Scheidungsverfahren unpersönlicher

Im Scheidungsverfahren bekommen die Parteien die Personalnot der Gerichte voll zu spüren. Unter Termindruck stehende Richter könnten sich nämlich nicht die notwendige Zeit nehmen, z.b. durch ein längeres Gespräch, Missverständnisse auszuräumen.

Ganz besonders leidbehaftet sind die wechslenden Richter in manchen Verfahren. So müssen die Parteien ihre Geschichte mitunter drei oder viermal erzählen, damit die entscheidungsbefähigte Person im Bilde ist. Dies kommt besonders durch Karenz- oder Krankheitsbedingte Richterwechsel vor.

Frustrierte Väter

Es entsteht leider oft eine unschöne Situation für die betroffenen Väter an denen gelegentlich die Frauen nicht unschuldig sind. Besonders bei Obsorgestreitereien wird oft das Wohl des Kindes hintan gestellt und die Männer müssen froh und dankbar sein, wenn sie Kontakt zu ihren Kindern halten können. Das sich hier Ohnmacht und Wut ansammeln ist allzu menschlich. Dieser Frust ist leider ein perfekter Nährboden für Gewalt. Männer können schlecht mit Ohnmacht umgehen und neigen zu überzogenen Mitteln. Gott sei dank wird aber nur eine Minderheit wirklich gewalttätig.

Es wäre hier sehr schön, wenn auch die österreichische Rechtsprechung bemerken würde, dass das Väterbewusstsein seit den der letzten Jahrzehnten deutlich zum Besseren gewandelt hat.

Und noch schöner wäre es, wenn die ehemaligen gemeinsamen Eltern verstehen würden, dass sie ihren Kindern eine Scheinnormalität vorleben, aus denen die Kids lernen, das diese Reaktion richtig und angemessen in dieser Situation ist.

Konflikte entstehen aus Krisen und Kampfeslust

Trennungen bedeuten immer finanzielle Verluste, schüren Existenzängste. Die Wirtschaftskrise wirkt hier beschleunigend. Hinzu kommt bei vielen Betroffenen noch Ärger am Arbeitsplatz oder gar der Verlust desselben. Wenn soviel zusammen kommt, kann das Fass überlaufen.

Danke
Dieser Artikel beruht zu großen Teilen auf eine sehr gute Berichterstattung der Presse vom 19.12.2009. Verfasser sind: Manfred Seeh und Ulrike Weiser.
Die Redaktion hat mit freundlicher Genehmigung daraus geschöpft.

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