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Ehescheidungen in Österreich

Im Jahr 2017 betrug die Zahl der Ehescheidungen 16.180, um 261 oder 1,6% mehr als im Vorjahr.

Ehescheidungen Langfristiger Trend

Die Zahl der gerichtlichen Ehescheidungen lag in den 1980er und 1990er Jahren bei rund 16.000 bis 18.000 pro Jahr. Im Jahr 2001 wurde die bislang höchste absolute Zahl der Ehescheidungen (20.582) erreicht, und in den Folgejahren schwankten die Ehescheidungszahlen zwischen 20.516 (2007) und 17.006 (2012). Im Jahr 2017 betrug die Zahl der Ehescheidungen 16.180, um 261 oder 1,6% mehr als im Vorjahr.

Die Gesamtscheidungsrate (Wahrscheinlichkeit, mit der im jeweiligen Jahr geschlossene Ehen bei unverändertem Scheidungsverhalten durch eine Scheidung enden) erhöhte sich von 26,5% im Jahr 1981 auf den bisherigen Höchstwert von 49,5% im Jahr 2007. Im Jahr 2017 betrug die Gesamtscheidungsrate 41,0%. Die mittlere Ehedauer der geschiedenen Ehen verlängerte sich zwischen 1981 und 2017 von 7,7 auf 10,7 Jahre.

Aktuelle Jahresergebnisse

Im Bundesländervergleich war die Gesamtscheidungsrate 2017 in Wien mit 47,3% am höchsten, gefolgt vom Burgenland (44,0%), von Niederösterreich (43,4%) und von Vorarlberg (42,4%). In Tirol war die Gesamtscheidungsrate mit 35,5% am niedrigsten. In den übrigen Bundesländern lag sie zwischen 36,3% und 38,7% und damit unter dem Österreichwert von 41,0%.

Im Jahr 2017 erfolgten 14.246 bzw. 88,0% (2015: 87,9%) aller Ehescheidungen in beiderseitigem Einvernehmen (§55a Ehegesetz). Bei den insgesamt 1.934 strittig bzw. nach ausländischem Recht geschiedenen Ehen war zu 51,0% der Mann Träger des Verschuldens, zu 9,9% die Frau, zu 29,7% beide sowie in 9,4% der Fälle keiner von beiden.

Die mittlere Ehedauer (Median) der im Jahr 2017 geschiedenen Ehen lag mit 10,7 Jahren etwas unter dem Niveau des Vorjahres (2016: 10,9 Jahre). Dabei fanden 1,7% der Ehescheidungen bereits innerhalb des ersten Ehejahres, weitere 4,7% im Laufe des zweiten Ehejahres statt. Insgesamt betraf fast die Hälfte aller Ehescheidungen Ehen mit einer Ehedauer von weniger als zehn Jahren (47,6%). Etwa jede siebente Ehescheidung (13,2%) erfolgte nach der Silberhochzeit, darunter waren auch 32 Paare, die sich erst nach der Goldenen Hochzeit scheiden ließen.

Männer waren 2017 bei der Ehescheidung im Mittel 45,3 Jahre, und Frauen 42,2 Jahre alt. Damit sank das mittlere Scheidungsalter (Median) für Männer und für Frauen jeweils um 0,1 Jahr im Vergleich zum Vorjahr.

Insgesamt 18.425 Kinder, davon 12.506 (67,9%) minderjährig, waren von der Ehescheidung ihrer Eltern betroffen. Die Ex-Ehepaare hatten somit im Durchschnitt 1,14 Kinder (aller Altersstufen), mehr als die Hälfte davon jünger als 14 Jahre (52,2%).

Pro Monat wurden 2017 durchschnittlich 1.348 Ehen gerichtlich geschieden. Die meisten Ehescheidungen erfolgten 2017 im März (1.609), gefolgt von den Monaten Oktober (1.525) und Mai (1.451), während im August nur 1.087 Ehen rechtskräftig geschieden wurden.

Statistische Kuriositäten

Innerhalb des ersten Ehemonates wurde ein Ehepaar wieder geschieden. Ein anderes Paar ließ sich nach 63 Jahren Ehe scheiden.

Das älteste Ehepaar war bei der Scheidung nach 49 Ehejahren zusammen 172 Jahre alt, der mit 92 Jahren älteste Mann trennte sich von seiner mit 80 Jahren fünftältesten Frau. Die älteste Frau trennte sich im Alter von 89 Jahren nach 63-jähriger Ehe von ihrem 74 Jahre alten Ehemann.

Das älteste Ehepaar, das sich nach der längsten Ehedauer, nämlich 63 Ehejahren, trennte, war bei der Scheidung zusammen 162 Jahre alt, ein 83-jähriger Mann und seine 79-jährige Frau.

Der höchste Altersunterschied zwischen Mann und Frau war bei drei ehemaligen Ehepaaren 47 Jahre: drei 75-jährige Männer trennten sich jeweils innerhalb der ersten vier Ehejahre von ihren 28-jährigen Ehefrauen. Der höchste umgekehrte Altersunterschied war bei einem anderen Ex-Ehepaar 35 Jahre: eine 59-jährige Frau trennte sich im zweiten Ehejahr von ihrem 24-jährigen Mann.

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