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Max Friedrich: Vorbeugen ist besser als Heilen

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Damit das Kind durch eine Scheidung möglichst wenig Schaden nimmt, gilt es für Eltern einiges zu beachten:

Tragen wir unsere sozialen Konflikte nicht auf dem Rücken unserer Kinder aus, sondern bemühen wir uns im Sinne des Imitationslernens, ein positives Beispiel abzugeben, was Toleranz und Achtung vor der Meinung anderer betrifft.

Vermeiden wir, einen Rosenkrieg zu führen, in dem das Kind das Kriegsopfer ist oder als Faustpfand für einen Waffenstillstand dient! Versuchen wir, so miteinander umzugehen, dass unser Kind nicht in eine der genannten Rollen gedrängt wird! Sehen wir in unserem Kind das Resultat einer gemeinsamen Liebe und werden wir nicht unglaubwürdig in der Beteuerung, das Kind zu lieben, wenn auch unsere Gefühle für den ehemaligen Partner vergangen sind.

Sollte es unabdingbar sein, den Weg über das Pflegschaftsgericht und eine Gutachterleistung zu wählen, so geben wir dem Kind die Chance, sich zu artikulieren. Lassen wir ihm den entsprechenden Freiraum und nicht unseren Anwälten, bei denen das Kindeswohl zumeist hinter den ökonomischen Interessen steht.

Einigen wir uns auf den kleinsten gemeinsamen Nenner: die Übereinstimmung in Erziehungsfragen. Wenn das österreichische Recht schon die gemeinsame Obsorge vorgesehen hat, so war es die Absicht des Gesetzgebers, die Interessen des Kindes im Sinne des Einzelwohls vor das Individualrecht eines Elternteils zu stellen. Das heißt, gemeinsam Verantwortung übernehmen, über die Wahl der Schulform und die Mitteilungspflicht über Krankenhausaufenthalte und allfällige Erkrankungen hinaus.

Nutzen Sie die gemeinsame Zeit optimal

Dem Besuchselternteil sei noch ins Stammbuch geschrieben, er möge den Anteil an Zeit, der ihm zugemessen wird, dem Kind zugewandt verbringen, das heißt, die Bedürfnisse des Kindes in den Vordergrund zu stellen. Diese gemeinsame Zeit ist nicht dazu geeignet, Macht- und Rollenspiele auszutragen, sondern sollte vielmehr zielgerichtet dem Kind zur Verfügung stehen. Der Besuchselternteil sollte dabei nicht nur als Süßigkeiten spendender Wochenendbesucher gesehen werden, sondern in die Bedürfnisse und Pflichten des Kindes eingebunden werden.

Mit freundlicher Genehmigung von Max H. Friedrich aus seinem Buch: „Kinder ins Leben Begleiten. Vorbeugen statt Therapie.“ Seite. 82ff. erschienen im Verlag öbv&hpt Verlagsgesellschaft, Wien zur Verfügung gestellt.

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