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Jede Lebenskrise ist eine Chance

Wer eine Krise duchmacht, glaubt oft, vor dem Nichts zu stehen. In Wahrheit schafft sein Leben einfach Platz für einen Neustart.

Lernen Sie vom Besten!

Der Meister der Krisenbewältigung war der Kaufmann und Seefahrer Robinson Crusoe: Als er Schiffbruch erlitt und auf einer einsamen Insel strandete, hatte Crusoe weder Nahrung noch ausreichend Kleidung, weder eine schützende Unterkunft noch einen Freund. In dieser Situtation zu resignieren , hätte ihn wohl das Leben gekostet. Crusoe gab nicht auf: Er entwickelte kreatives Potential, mit dem er sich alles Lebensnotwendige erwarb.

Eine Trugschluß

"In einer Krise glaubt man: Wenn es nicht gelingt, den Zustand von vorher wiederherzustellen, fällt man ins Nichts", sagt Manuela Muschler von gedankensprung.at. "In Krisen müssen wir unsere Grenzen überwinden, an die wir stoßen - sie sind daher Entwicklungsphasen."

Es kommt Neues

"Es kommt aber immer etwas Neues nach der Krise. Man vergisst, wie vieles in der Geschichte der Menschheit aus der Verzweiflung geboren ist" trösten Mutschler und die Lebensberaterin Gabriele Hecht die Teilnehmer des Workshops "Krise als Chance" den der Kurier in Kooperation mit Siemens Österreich veranstaltet hat.
"Die Krise ist eine Problemstellung, für die unsere üblichen Ressourcen und Fähigkeiten nicht ausreichen," erklärt Hecht. "In der Krise blickt man auf das Leben wie durch einen Trichter: man sieht nur die Probleme - man sollte aber das Leben nie aus der Perspektive der Krise sehen, sondern die Krise im Verhältnis zum gesamten Leben." Für Hecht ist die Krise ein Entwicklungsmotor, der unser Leben vorwärtstreibt.

Phasen der Krise

Eine Krise beginnt typischerweise mit der Verdrängungsphase: wegschauen, die Angst beiseiteschieben.

Ihr folgt die Phase der Verheimlichung, in der man beginnt, ein "Doppelleben" zu führen. In diesem Stadium handelt man irrational: Unternehmer expandieren, Arbeitslose kaufen ein Auto, unglückliche Paare entscheiden sich für ein Kind.

In der Verweigerungsphase schließlich, in der die Krise nach außen hin nicht mehr zu verbergern ist, beginnt ein täglicher Kampf gegen Schuld- und Schamgefühle. Spätestens in diesem Stadium sollte alles Besherige losgelassen und akzeptiert werden, dass das Leben eine Wendung nimmt.

Wird das versäumt - und das ist fast immer der Fall -, folgt die Verzweiflungsphase. Sie ist ein gefährlicher, mitunter suizidträchtiger Zeitraum und zugleich jener, in der die Entscheidungen fallen: nun führt am Konkurs oder an der Trennung vom Partner nichts mehr vorbei.

Das Aufatmen zum Schluss

Das Aufatmen kommt am Schluss: in der Akzeptanzphase, vor dem Neustart. Die Situation kann nun endlich angenommen werden, der Blick wird wieder in die Zukunft gerichtet. "Es ist ein erleuchternder Augenblick", sagt Mutschler. "Was soll mir jetzt noch passieren? Man begegnet dem Leben plötzlich mit Gelassenheit."

Der Texte wurde uns mit freundlicher Genehmigung der Kurier Karriereredaktion überlassen. Der Artikel stammt aus dem Kurier, Karriereteil vom 26. Mai 2007.

Manuela Mutschler und Gabriele Hecht bieten regelmässig dreitägige Seminare zum Thema: "Die Krise als Chance" an . Mehr unter Tel. 01/8799361-0

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